RumÄnien das Land
 

Rumänien ist eine Republik in Europa, die 850 km von der Pannonischen Tiefebene bis zum Schwarzen Meer reicht. Der Name Romania war im Latein der Spätantike eine verbreitete Kurzbezeichnung für das Römische Reich. Rumänien grenzt (von Süden im Uhrzeigersinn) an Bulgarien, Serbien, Ungarn, Ukraine und Moldawien. Rumänien ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der NATO, der OSZE und der Europäischen Union.

Amtssprache Rumänisch
Hauptstadt Bukarest
Staatsform Republik
Fläche 238.391 km²
Einwohnerzahl 21.714.000 (Stand 2005)
EU-Mitglied seit Januar 2007


  • Bevölkerungswachstum (2007:) - 0,12 % p. a.
  • Geburtenrate: 10,69 Geburten/ 1000 Einwohner
  • Sterberate: 11,77 Todesfälle/ 1000 Einwohner
  • Einwanderungsrate: - 0,13 Einwanderer/ 1000
    massive Auswanderung und saisonale Arbeitsmigration
  • Säuglingssterblichkeit (2007): 25,50 Todesfälle/1000 lebend Geborene
  • Lebenserwartung: Männer 68 Jahre, Frauen 75 Jahre.


 

Stationen der Geschichte



106 v. Chr.
Eingliederung der Provinz Dacia ins Römische Reich.
14. Jh.
Fürstentümer Moldau und Walachei müssen die türkische Oberheit anerkennen.
1862
Rumänien entsteht unter der Vereinigung der Walachei und Moldau.
1916
 
Teilnahme im 1. Weltkrieg auf alliierter Seite, danach werden Rumänien weitere Gebiete angegliedert.
1940
Sowjetunion erzwingt aufgrund des Hitler-Stalin-Paktes die Abtretung zweier Gebiete; Stationierung deutscher Truppen in Rumänien; der bisherige König muss das Land verlassen, sein Sohn wird Thronfolger errichtet mit faschistischen Gruppen eine Diktatur, und beteiligt sich 1941 am Überfall auf die Sowjetunion.
1944
Der bisherige König wird durch König Michael gestürzt; das Land wird der Sowjetarmee geöffnet und Deutschland der Krieg erklärt.
1947
Die Kommunistische Regierung erzwingt die Abdankung von König Michael und ruft die Volksrepublik aus.
1989
 
Es kommt zum Aufstand gegen die Kommunistische Diktatur. Die "Front der Nationalen Rettung" übernimmt die Macht und gewinnt die Wahlen.
2004
NATO-Beitritt; Regierungsbildung durch liberale (PNC), demokratische (PD), humanistische (PUR) Parteien und den Ungarnverband
2007
 
Beitritt zur Europäischen Union.



Die Revolution 1989



Unter der Herrschaft von Nicolae Ceausescu (1967-1989) verkam die einst reiche Landwirtschaft (die ehemalige Kornkammer Europas) und auch in den Städten verarmte die Bevölkerung vollkommen. Rumänien geriet durch Zwangskollektivierung und Misswirtschaft in eine Wirtschaftskrise. Die Volkswirtschaft brach zusammen.

Ausgesetzte, aber auch kranke und behinderte Kinder wurden in Waisenheime gebracht. Deren extreme Zustände wie im Kinderheim Cighid wurden aber erst nach der Wende 1990 bekannt. Das sogenannte "Programm zur Systematisierung der Dörfer" (sistematizarea satelor) sah vor, etwa 8.000 der kleinsten Dörfer des Landes komplett einzuebnen und deren Bevölkerung in "agroindustriellen Zentren" aus primitiven Plattenbauten ohne Kanalisation umzusiedeln. Ziel war die "effizientere Ausnutzung der vorhandenen Agrarflächen". Beabsichtigter Nebeneffekt war die Zerstörung der kulturellen Vielfalt und der regionalen Eigenheiten der ländlichen Regionen.

Die unverhältnismäßige und ineffiziente Wirtschaftspolitik mit unzähligen Fehlinvestitionen ließ das Land ab der Mitte der 1970er-Jahre unaufhaltsam in den Bankrott treiben. Seit 1981 galt Rumänien als nicht mehr kreditwürdig. Zur Tilgung der hohen Auslandsschulden ließ das Regime nun alles exportieren, was sich verkaufen ließ - auf Kosten der Grundversorgung der eigenen Bevölkerung mit Lebensmitteln und elementaren Bedarfsgütern. Eine eklatante Rohstoffkrise (Mangel an Kohle, Erdöl und Energie) verschärfte die Lage zusätzlich. Dennoch wurde Rumänien im April 1989 schuldenfrei. Gleichzeitig wurde das Volk gezwungen, seinem Führer Ceausescu in einem extremen Personenkult zu huldigen. Dieses totalitäre System wurde durch die Geheimpolizei "Securitatea Statului" (Staatssicherheit) mit Überwachung und Repression am Leben gehalten.

Nach dem Mauerfall und der Wende 1989 in der DDR und in anderen Staaten des Ostblocks brachen auch in Rumänien Aufstände aus, die zur Erschießung des Ehepaares Ceausescu und zum Ende der blutigen und bedrückenden Herrschaft seiner Partei führte.


Die Zeit nach der Revolution


Die jüngere Generation leidet am meisten unter den Narben, die der Kommunismus hinterlassen hat. Die grösste Not trifft die Hunderttausenden von Strassen- und Waisenkinder, ein Vermächtnis des Kommunismus, der eine hohe Geburtenrate erzielen wollte und strikt gegen Verhütung propagierte. Die AIDS-Rate ist die höchste in ganz Europa.

In der nachkommunistischen Zeit konnte sich das Land zunächst nur schwer von den Folgen jahrzehntelanger Diktatur und Misswirtschaft erholen. Außerdem wanderten nach der Wende weiterhin Wissenschaftler und gutqualifizierte Arbeitskräfte in westliche Staaten aus. Dies ist auch heute, ganz besonders nach dem Eintritt in die EU, der Fall.


 
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